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PROJEKT · HOMELAB

Homelab-Rundgang

● Läuft im Dauerbetrieb · wächst immer weiter

Vieles, was ich in der Umschulung gelernt habe, wollte ich nicht nur auf dem Papier verstehen, sondern selbst betreiben. Also ist über die Zeit ein eigenes Labor entstanden, mit echter Netzwerk-Hardware, mehreren Servern und einer Testumgebung, in der ich gefahrlos ausprobieren kann. Hier ist der Rundgang.

01Warum ein Homelab

Der Grund ist einfach: Ich lerne am besten, wenn ich Dinge wirklich zum Laufen bringe. Ein Konzept aus dem Lehrbuch sitzt erst richtig, wenn ich es selbst aufgebaut, kaputt gemacht und wieder repariert habe. Das Homelab ist mein Übungsplatz für Netzwerke, Virtualisierung und Security, und gleichzeitig läuft darauf der ganz normale Alltagskram wie Medien und Datenablage. Es ist also Spielwiese und Nutzsystem zugleich.

02Netzwerk

Das Herzstück. Hier läuft bewusst nicht nur Consumer-Technik, sondern auch echte Enterprise-Hardware, damit ich mit denselben Geräten übe, die auch in Firmen stehen.

GerätRolle
FritzBox 5690 FiberGlasfaser-Anschluss ins Internet, der Übergabepunkt zum Provider
OPNsense / pfSenseEigene Firewall und Router auf einem sparsamen Mini-PC. Trennt und schützt die Netze
Cisco Catalyst 2960XManaged Switch aus dem Enterprise-Bereich, 24 Ports, mit Stacking. Hier übe ich echte Cisco-Konfiguration
TP-Link Omada SG3210X-M2Managed Switch mit 2,5 Gbit und SFP+ für die schnelleren Verbindungen

Dass eine echte Cisco Catalyst im Lab steht, ist mir wichtig. Simulation ist gut, aber das Verhalten echter Hardware, das Handling der Konsole und die kleinen Eigenheiten lernt man erst am realen Gerät.

03Segmentierung mit VLANs

Ein flaches Netz, in dem alles mit allem redet, ist unsicher und unübersichtlich. Deshalb ist mein Netz in getrennte Bereiche aufgeteilt, sogenannte VLANs. Jeder Bereich ist voneinander abgeschottet, und die Firewall entscheidet, wer mit wem sprechen darf.

Der Clou dabei: Auf dem Cisco-Switch läuft eine Zugangskontrolle über 802.1X mit RADIUS. Ein Gerät muss sich also erst ausweisen, bevor es überhaupt ins Netz darf. Das ist genau die Technik, die in Firmen den Netzzugang absichert, und sie im eigenen Lab sauber zum Laufen zu bringen, war ein richtig gutes Lernstück.

04Virtualisierung

Statt für jede Aufgabe einen eigenen Rechner hinzustellen, laufen viele Systeme virtuell. Ich nutze bewusst mehrere Plattformen nebeneinander, weil jede ihre Stärken hat und ich mit allen umgehen können will.

PlattformWofür ich sie nutze
ProxmoxMeine Haupt-Virtualisierung. Läuft auf dem Server mit den großen Festplatten, trägt Dienste und den Medien-Server
VMwareAuf einem kleinen ThinkCentre. Damit übe ich die im Berufsumfeld sehr verbreitete VMware-Welt
DockerFür einzelne Dienste in Containern, schlank und schnell aufgesetzt

05Storage und Dienste

Für Daten und Medien gibt es einen eigenen Server auf Proxmox-Basis. Er hat vier große Festplatten mit je 16 TB für den Massenspeicher und schnelle NVMe-SSDs für die Systeme. Darauf läuft unter anderem ein Plex-Medienserver und die zentrale Datenablage. So liegen wichtige Dinge an einem Ort, den ich selbst kontrolliere, statt in einer fremden Cloud.

06Das Netzwerk-Labor

Der spannendste Teil für mich. Auf einem leistungsfähigen Mini-PC läuft eine reine Testumgebung, in der ich ganze Netzwerke virtuell aufbauen kann, ohne ein einziges Kabel zu stecken.

WerkzeugWofür
Cisco CMLOffizielle Cisco-Simulationsplattform, um Konfigurationen an virtuellen Geräten zu testen
EVE-NGFlexible Netzwerk-Simulation, um komplette Topologien nachzubauen

Der große Vorteil: Ich kann eine Konfiguration erst gefahrlos in der Simulation durchspielen und sie dann auf die echte Cisco-Hardware übertragen. Genau dieses Zusammenspiel aus Simulation und realem Gerät ist auch in der Praxis wichtig, wenn Änderungen getestet werden, bevor sie live gehen. Das war übrigens der Kern meines IHK-Abschlussprojekts.

Rechenknecht für KI

Der Neuzugang

Zuletzt kam ein Mini-PC mit besonders viel Arbeitsspeicher dazu, den ich für lokale KI-Experimente nutze. Mehr dazu steht im Projekt zum eigenen Zeichenstil.

07Was ich dabei lerne

Das Homelab ist mehr als eine Ansammlung von Geräten. Es ist der Ort, an dem Theorie zu Praxis wird. Ich habe hier gelernt, ein Netz sauber zu segmentieren, eine Firewall sinnvoll zu regeln, Zugangskontrolle einzurichten, Server zu virtualisieren und im Fehlerfall systematisch zu suchen, statt zu raten. Und ich habe gelernt, dass zu einem laufenden System auch Pflege gehört, Updates, Backups und das ruhige Aufräumen, wenn etwas klemmt.

Das Beste daran: Es ist nie fertig. Es gibt immer eine nächste Idee, ein neues Werkzeug, eine bessere Lösung. Genau das ist es, was mir an der IT Spaß macht.

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